Perspektivenwechsel mit dem Buch „Städte begehen“

Durch den Verweis von Armin Schäfer, einem Bochumer Kollegen und Mitherausgeber, wurde auf diese schöne Bändchen-Reihe aufmerksam gemacht. Ein Buch, das zum virtuellen Begehen von Städten einlädt:

Iain Sinclair (*1943) hat nach seiner literarischen Archäologie Londons in den letzten Jahren verstärkt andere Orte aufgesucht. Städte begehen. Exkursionen nach Berlin, Marseille und Palermo verfolgt diese neuere Entwicklung anhand von drei Beispielen. In einem Text über Berlin bildet eine Wanderung vom Alexanderplatz zum Olympiastadion vor dem Hintergrund der damaligen Londoner Olympiavorbereitungen den Rahmen für vergleichende Stadtwahrnehmungen. Eine Reise nach Marseille bietet Sinclair auch Anlass zur Gegenüberstellung von Le Corbusiers Unité d’Habitation mit dem für die britische Moderne ikonischen Wohnblock Marine Court, »das ultimative Art-déco-Vergnügungsschiff aus Beton«, das in den 1930er-Jahren an der englischen Südküste anlandete. Und in einem unveröffentlichten Text beschäftigt sich Sinclair mit den zahllosen Bildern des Todes und den Toten, die Palermo bevölkern. Die drei »Stadtbegehungen« eröffnen einen Zugang zu Sinclairs Werk, in dem Dichten und Gehen, Fortschreiten und Fortschreiben eins sind.

Das Buch lädt zum virtuellen Perspektivenwechsel ein und ist eine gelungene Reise-Alternative. Sie finden diese wissenschaftliche Reihe beim Wehrhahn Verlag.

CF